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Wind versorgte Kassel zu 100 Prozent mit Strom

Regenerative Eigenerzeugung deckt Jahresbedarf aller Kasseler Haushalte

Kassel, 17. November 2017. Rekord in Kassel. Am Freitag, 10. November 2017, wurde der gesamte Strombedarf der nordhessischen Metropole zu 100 Prozent aus Windkraft gedeckt. Das windige Wetter hat die 29 Windkraftanlagen, die von den Städtischen Werken gebaut wurden und die vollständig in das Kasseler Stromnetz einspeisen, zur Mittagszeit zu Höchstleistungen gebracht. In der Spitze haben sie 85 Megawatt (MW) erzeugt – ihre Maximalleistung liegt bei 87,525 MW. Zwischen 12.30 Uhr und 13.30 Uhr haben sie mehr Strom produziert, als die privaten Haushalte, das Gewerbe und die Industrie der Stadt verbraucht haben. Der Bedarf in Kassel lag in diesem Zeitraum bei zirka 82 MW. Nicht benötigte Strommengen wurden in das umliegende Höchstspannungsnetz eingespeist.

 

Der Vorstandsvorsitzende der Städtischen Werke, Dr. Michael Maxelon, erläutert: „Der Strombedarf schwankt im Verlauf des Tages, die Erzeugung gerade der erneuerbaren Energien auch. Deshalb muss die Erzeugung flexibler werden. Trotzdem haben wir an diesem Tag gezeigt, dass eine überwiegende oder sogar vollständige Versorgung mit sauber erzeugtem Strom möglich ist.“ Maxelon betonte, dass die Energiewende richtig sei und die Städtischen Werke sich weiter für den Ausbau der Erneuerbaren engagieren würden. Um die Einspeisung erneuerbarer Energien planbarer zu machen, arbeiten die Städtischen Werke gemeinsam mit den Partnern der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) derzeit zudem an einem virtuellen Kraftwerk. 

 

Der Städtische-Werke-Vorstandschef ergänzt: „Neben Windkraftanlagen sind wir noch an fünf Biogasanlagen beteiligt, wir betreiben ein kleines Wasserkraftwerk und ein Biomassekraftwerk. Außerdem setzen wir Klärschlamm als Brennstoff ein. Und unsere PV-Anlagen speisen ebenfalls direkt in das Kasseler Netz. In Summe erzeugen wir jährlich rund 330 Gigawattstunden oder 330 Millionen Kilowattstunden Strom. Das reicht rechnerisch für 110.000 Haushalte, Kassel hat 100.000. Damit haben wir unser Versprechen aus dem Jahr 2007 mehr als übererfüllt. Damals hatten wir zugesagt, bis 2020 80 Prozent der Kasseler Haushalte mit sauberem Strom zu versorgen.“ Der Gesamtverbrauch Kassels lag 2016 nach Angaben Maxelons bei 844,5 Gigawattstunden. Diese Menge umfasse auch Verbraucher, die nicht Kunden der Städtischen Werke seien. 

 

Die Städtischen Werke bauen seit Jahren Anlagen der erneuerbaren Energieerzeugung. Grundsatz für die Projekte außerhalb der Stadt Kassel: Es werden lokale Akteure wie Kommunen, Stadtwerke oder Bürgerenergiegenossenschaften (BEG) beteiligt. Der Kasseler Versorger gibt dabei bis zu 74,9 Prozent der Anteile an die Partner ab. Mindestens 25,1 Prozent halten die Städtischen Werke aber immer. Damit wollen sie ihre Überzeugung unterstreichen, dass die von ihnen realisierten Projekte wirtschaftlich tragfähig sind. Windprojekte setzt das Unternehmen gemeinsam mit Partnern aus der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) um. Mit sechs BEGs sind über 3.000 Nordhessen Teilhaber der Windkraftanlagen, über die Kommunalwerke Region Kassel sind die Kommunen Baunatal, Fuldatal, Ahnatal, Helsa, Schauenburg, Vellmar, Lohfelden und Söhrewald beteiligt und damit mehr als 100.000 Menschen. Und über die Städtischen Werke, die zu 75,1 Prozent der Stadt Kassel gehören, auch die 200.000 Bürger der nordhessischen Großstadt. 

Städtische Werke Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Maxelon im April 2016 auf einer Windkraftanlage auf dem Rohrberg. (Bild Städtische Werke AG)