Windkraft auf dem Rehkopf: Alheim wünscht regionalen Projektentwickler

10.12.2015

Bürgermeister Lüdtke und Bürgerenergiegenossenschaften unterstützen SUN

Alheim, Kassel, 09.12.2015. Große Übereinstimmung in Sachen Windkraft in Alheim. Sowohl Bürgermeister Georg Lüdtke als auch die Waldhessische Energiegenossenschaft möchten, dass die Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) den geplanten Windpark auf dem Rehkopf projektiert, baut und betreibt. Deshalb hat die Gemeinde mit dem Stadtwerkeverbund auch bereits einen Gemeindebeschluss zur Kooperation getroffen. Der Grund für die geplante Zusammenarbeit: Mit der SUN würde ein erfahrener Projektentwickler ins Boot geholt, der seine Kompetenz mehrfach unter Beweis gestellt habe und grundsätzlich über Bürgerbeteiligungsmodelle die Wertschöpfung vor Ort erhöhe. Der Haken derzeit laut Bürgermeister Georg Lüdtke: „Die Hessische Haushaltsordnung. Sie schreibt vor, dass der Verpächter, in diesem Fall der landeseigene Betrieb Hessenforst, den höchstmöglichen Wert realisieren müsse. Doch je höher die Pacht in diesem Fall, desto geringer sind die Möglichkeiten für einen wirtschaftlichen Betrieb. Das bedeutet keine Gewerbesteuereinnahmen und schlechtere Aussichten für eine Bürgerbeteiligung.  Und dann gehen Alheim und die ganze Region womöglich leer aus. Das möchten wir verhindern.“

 

Dass solch ein Szenario nicht unwahrscheinlich ist, betätigt SUN-Geschäftsführer und Städtische Werke-Vorstand Dr. Thorsten Ebert aus Kassel: „Irgendein Projektentwickler bietet immer unrealistisch viel. Er erhält dann den Pachtvertrag, aber letztlich baut er nicht, verhandelt nach oder es dauert unendlich lange. Auf Pachtzahlungen muss dann lange gewartet werden, sie fallen ganz aus oder sie sind viel geringer als geplant.“ Weitaus schlimmer ist aber, dass keine Projektentwickler aus der Region wie die SUN zum Zuge kommen, denn sie kalkulieren mit realistischen Renditen und können keine überzogenen Pachten versprechen. „Resultat ist, wenn ein Projekt überhaupt realisiert wird, dass ein Projektierer den Zuschlag erhält, der keinerlei Interesse am wirtschaftlichen Betrieb hat, weil er den fertigen Windpark an einen Investor verkauft. Eine Beteiligung der Menschen vor Ort, beispielsweise durch Bürgerenergiegenossenschaften, die Kommunen selbst oder deren Stadtwerke, erfolgt nicht. Die Menschen müssen von den Anlagen profitieren können, mit denen sie leben sollen“, erläutert Martin Rühl, Geschäftsführer der SUN und der Stadtwerke Wolfhagen.

 

Aus Sicht von Martina Selzer, Diplom-Kauffrau und Vorstand der Waldhessischen Energiegenossenschaft, ist die SUN ein perfekter Partner. Am Windpark Söhrewald/Niestetal, den das SUN-Stadtwerk Städtische Werke aus Kassel gebaut hat und betreibt, ist die Genossenschaft seit einigen Monaten beteiligt: „Daher wissen wir, dass das Beteiligungsmodell fair und transparent ist. Die SUN hat bereits bewiesen, dass sie die Wertschöpfung vor Ort steigert.“ Und auch für die Gemeinde Alheim biete die SUN nach Aussage von Bürgermeister Lüdtke nur Vorteile. Der Windpark würde bis auf eine Anlage im Wald von Hessenforst gebaut. Mit Pachteinnahmen sei daher nur für eine Anlage, die im angrenzenden Gemeindewald möglich ist, zu rechnen. Dennoch würde der Gemeindehaushalt profitieren, denn die Betreibergesellschaft wäre in Alheim ansässig, würde also Gewerbesteuern zahlen. Zudem würde die SUN, dort wo möglich, grundsätzlich mit lokalen Unternehmen arbeiten. „Der Hauptpunkt ist aber die Bürgerbeteiligung der SUN. An mittlerweile vier Standorten hat sie bewiesen, dass sie die Bürger von Anfang an in die Planung einbezieht, immer fair und transparent argumentiert und die Windpark-Gesellschaften schließlich für alle Interessierten öffnet. Das hat die Akzeptanz vor Ort enorm erhöht. Und damit die Chance, dass die Projekte erfolgreich umgesetzt und keine Planungsleichen wurden“, so Selzer.

 

Ein weiterer Punkt mache die SUN nahezu einzigartig: Sie minimiere das Risiko für Interessierte. Ebert: „Wir verkaufen erst dann Anteile, wenn ein Projekt schon läuft, sich die Windräder also drehen. Die Risiken liegen komplett bei uns. Windmessung, Naturschutzgutachten, Projektierung, Bau und Inbetriebnahme übernimmt die SUN. Im Fall von Alheim haben wir bereits die Vogel- und Fledermausgutachten erstellt und auch mit den Heeresfliegern in Fritzlar haben wir uns abgestimmt. Damit hat das Projekt hohe Realisierungschancen und könnte wahrscheinlich zügig umgesetzt werden.“

 

Der wirtschaftliche Erfolg eines Windparks ist das zentrale Kriterium für die SUN. Deshalb führt sie selbst eigene Windmessungen durch. Sind die prognostizierten Erträge zu niedrig, würde nicht gebaut. Außerdem bleiben die SUN oder deren Teilhaber immer mit mindestens  25,1 Prozent an einem Windpark beteiligt. „Andere Projektentwickler verkaufen die fertigen Windparks und leben von der teils völlig überzogenen Projektentwicklungsmarge. Ob der Park dann wirtschaftlich arbeitet, ist ihnen egal. Wir bleiben langfristig beteiligt und haben selbst ein hohes Interesse am Erfolg“, so Rühl.

 

Eine Studie des IdE Institut dezentrale Energietechnologien aus Kassel hat ergeben, dass die regionale Wertschöpfung durch einen kommunalen Projektentwickler sechs Mal höher ist als bei einem überregional tätigen. Auf Basis dieser Studie läge die Wertschöpfung für Alheim und die Region bei der SUN bei derzeit geschätzten 6,75 Millionen Euro pro Jahr, bei einem überregionalen Projektierer lediglich bei 1,1 Millionen Euro. „Wir wissen, dass Hessenforst an die hessische Haushaltsordnung gebunden ist. Rechnet man aber nicht nur die versprochenen Pachten zum vollen Wert eines Objektes,  sondern die vielen anderen Faktoren der lokalen und regionalen Wertschöpfung, dann ist die SUN der wirtschaftlichste Partner für die Region. Von den zu erwartenden Widerständen mal abgesehen, wenn uns hier irgendein namenloser Großinvestor Anlagen vor die Tür stellt, von dem wir letztlich nichts haben“, appelliert Lüdtke an die Entscheidungsträger bei Hessenforst und in Wiesbaden.

 

Nebenrechnung nach IDE-Studie:

Die regionale Wertschöpfung pro MW beträgt bei der SUN ca. 2,8 Mio. Euro / MW über 20 Jahre. Bei  Dritten Projektentwicklern nur ca. 330.000 Euro / MW auf 20 Jahre. 

 

Bei 10 Anlagen mit je 3 MW Leistung verändert sich die kommunale Wertschöpfung wie folgt:

 

  • SUN: 2,8 Mio. Euro / MW  x 30 MW  -> 84 Mio. Euro auf 20 Jahre  oder ca. 4,2 Mio. Euro / Jahr
  • Fremder Projektentwickler: 330.000 Euro  x 30 MW -> 9,9 Mio. Euro auf 20 Jahre oder ca. 495.000 Euro / Jahr

 

 

 




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