Nur mit regionalen Akteuren kann die Wertschöpfung vor Ort gesichert werden: SUN stellt IdE-Studie vor

02.06.2016

Ein SUN-Windpark bringt Region 58 Millionen Euro

Kassel, 2. Juni 2016. Ein von regionalen Akteuren unter Beteiligung kommunaler Partner entwickelter Windpark stärkt die regionale Wertschöpfung fast achteinhalb Mal so stark wie ein von externen Projektierern gebauter. Das hat eine von der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) beim IdE Institut für dezentrale Energietechnologien beauftragte Studie ergeben. Die Studie wurde heute Kassel vorgestellt.

 

Das Land Hessen hat im Jahr 2011 beschlossen, dass Strom und Wärme bis zum Jahr 2050 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen kommen sollen. Bürger und Kommunen sollen beteiligt werden, um Akzeptanz zu schaffen, und um die erzielbaren Gewinne möglichst in der Region zu halten.

 

Die Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) mit den Stadtwerke-Partnern aus Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Homberg (Efze), Kassel, Witzenhausen und Wolfhagen hat daher ein Bürgerbeteiligungsmodell entwickelt, welches dafür sorgt, dass die erzielbare Wertschöpfung bei der Errichtung von Windparks möglichst weitgehend in der Region bleibt. Bei der Vergabe von geeigneten Windvorrangflächen, die sich im Eigentum des Landes Hessen befinden, zeigt sich aktuell jedoch, dass die Kriterien einer ausgeprägten Bürgerbeteiligung und hoher regionaler Wertschöpfung eine nur untergeordnete Bedeutung bei der Auswahlentscheidung haben. Es ist somit zu befürchten, dass regionale Akteure wie die SUN gegenüber international tätigen Projektentwicklern keine Chance mehr haben werden, die Zuschläge zu erhalten. Die Einnahmen der in Nordhessen entstehenden Windparks gehen dann an internationale Investmentfonds

 

Die IdE-Studie zeigt, dass Vergaben, die möglichst hohe Pachteinnahmen zum Ziel haben, nur auf den ersten Blick gut für die Finanzen des Landes und die Bürger sind. Denn externe Projektentwickler vergeben weniger Aufträge an regional ansässige Firmen, suchen sich keine lokale Bank zur Finanzierung, betreiben in der Regel die Anlagen nicht selbst, sondern beauftragen deutschlandweit tätige Unternehmen, und sie beteiligen keine regionalen Akteure wie Kommunen oder Bürgerenergiegenossenschaften an den Windparks. In Zahlen für einen Windpark mit sieben Anlagen der Drei-Megawattklasse heißt das: Statt der im Rahmen des SUN-Modells realisierten 58 Millionen regionaler Einnahmen für den 20-jährigen Betriebszeitraum bleiben nur zirka sieben Millionen Euro in der Region, wenn überregional tätige Projektentwickler den Zuschlag erhalten. Für eine um drei bis vier Millionen Euro höhere Pacht eines externen Projektentwicklers an das Land Hessen wird also auf regionale Einnahmen von zirka 50 Millionen Euro verzichtet. 

 

Rechnet man diese Differenz auf das Potenzial von etwa 270 Windkraftanlagen bzw. 1.350 MW in Nordhessen hoch, gehen der Region zirka drei Milliarden Euro verloren, wenn Windparks nicht durch regionale Partner wie die SUN entwickelt werden. Direkt würden etwa 190 Arbeitsplätze durch SUN-Windparks geschaffen, indirekt mehr als 1.000. Fazit der Studie: Windparks in regionaler Hand entlasten die öffentlichen Haushalte und stärken die Region signifikant. Diese historische Chance besteht nicht, wenn die Windparkflächen an überregional tätige Investoren vergeben werden.

 

 

 




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