Energiewende, Strompreise, Klimaschutz:

Die SUN bezieht Stellung

Aktuell wird viel diskutiert. Zum Beispiel über: Energiewende, Strompreise und Klimaschutz. Jedes für sich ein wichtiges Thema, dem viele Beiträge aber nicht gerecht werden. Zu einseitig, zu platt, zu polemisch geht es da zu, und das obwohl es in der Diskussion um grundsätzliche Weichenstellungen für die Zukunft geht.

 

Die SUN ist Teil dieser Diskussion. Wir beziehen Stellung. Wir stehen für die Energiewende in Nordhessen und sind überzeugt, dass die Region genau wie das ganze Land davon profitiert. Dabei begreifen wir den Ausbau der erneuerbaren Energien als Prozess, in dem es auch mal zu Schwierigkeiten kommen kann. Diesen Problemen aber wird man weder gerecht, wenn man sie zu Katastrophen aufbauscht, noch indem man sie beschönigt. Probleme verlangen nach Lösungen - wir arbeiten daran.

 

Unsere Antworten auf die wichtigsten Fragen der Energiewende:

 

 

Frage: „Was ist die Energiewende?“

Die Energiewende ist die Zukunft der Energieversorgung.


Die Zukunft der Energieversorgung ist erneuerbar und dezentral. Bisher produzieren Großkraftwerke in Deutschland Energie aus Kohle, Uran oder Gas – allesamt endliche Ressourcen, die schon in wenigen Jahrzehnten nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Der gesunde Menschenverstand gebietet, schon jetzt mit dem Umstieg auf erneuerbare Energieträger zu beginnen.


Hinzu kommt: All diese fossilen Energieträger haben eine verheerende Klima- und Umweltbilanz. Die Nuklearkatastrophen von Fukushima und Tschernobyl sind nur die schrecklichsten Beispiele für mögliche Folgen. Das Kohlendioxid, das insbesondere bei der Verfeuerung von Braunkohle freigesetzt wird, bewirkt eine zunächst kaum spürbare, dafür aber umso folgenschwerere Verschlechterung des Klimas.


Beim Umbau unserer Energieversorgung heißt Stillstand Rückschritt. Bei einem Stopp der Energiewende drohen zusätzliche Milliardenkosten für Öl- und Kohleimporte und irreparable Umweltschäden. Zudem geraten hundertausende Arbeitsplätze in Gefahr, die dank des Ausbaus der Erneuerbaren bereits entstanden sind.

 

Frage: „Warum treibt die SUN die Energiewende in Nordhessen voran?“

Nordhessen braucht Energie, deshalb will die SUN Energie für die Region in der Region produzieren.


Ohne Wind und Sonne ist die Energiewende nicht zu realisieren, nicht in Deutschland und auch nicht in Nordhessen. Das ergibt sich schon allein aus der Tatsache, welche regenerativen Energiequellen zur Verfügung stehen. In Nordhessen ist das nun mal der Wind, gefolgt von der Sonnenenergie. Vor allem die Windenergie hat das größte Potenzial, da sie mit Abstand am wenigsten Fläche bei einem hohen Energieertrag benötigt und darüber hinaus sehr kostengünstig ist.

 

Frage: Warum erzeugen wir Windstrom nicht an der Küste, wo der Wind stark weht? Und warum produzieren wir Solarstrom nicht in der Wüste, wo die Sonne stark scheint?

Am effektivsten ist es, Energie dort zu erzeugen, wo sie verbraucht wird.


An der Küste weht der Wind im Durchschnitt stärker und länger als in Nordhessen. Der Strom der so erzeugt wird, muss aber weite Wege zurücklegen, wollen wir ihn hier in der Region nutzen. Kilometerlange Hochspannungsleitungen müssen dazu gebaut werden, immense Kosten kommen auf die Verbraucher zu. Und vielerorts regt sich Widerstand gegen den Bau. Kein Zweifel: Ganz darauf verzichten kann man nicht. Doch manche Strecke muss nicht gebaut werden, wenn Energie dort produziert wird, wo sie verbraucht wird.

Frei nach dem Motto: Kurze Wege statt lange Leitung.

 

Frage „Steigt wegen der Energiewende der Strompreis nicht ins Unermessliche.“

Umsonst ist die Energiewende nicht zu haben, aber unbezahlbar ist sie nicht.


Die EEG-Umlage steht am Pranger. Zu sehr sei sie in die Höhe geschnellt, zu schnell gehe der Ausbau der erneuerbaren Energien voran, möglichst rasch gehöre sie abgeschafft. So verbreitet diese Aussagen sind, so sehr gehen sie am Kern der Sache vorbei:


Ja, die EEG-Umlage ist höher als von ihren Erfindern geplant. Das hat seinen Grund aber nicht zuletzt darin, dass große Bestandteile der EEG-Umlage gar nicht dem Ausbau der erneuerbaren Energien zugutekommen. Mit rund 1 Cent pro Kilowattstunde bezahlen die Verbraucher zum Beispiel die Befreiung energieintensiver Unternehmen von der Umlage. Nicht einmal ganz die Hälfte der Umlage fördert tatsächlich den Ausbau der Erneuerbaren.


Vorteil von Wind und Solar: Die Kosten liegen offen auf dem Tisch. Jeder kann sie nachvollziehen. Ganz anders zum Beispiel bei Strom aus Kohle: Wer weiß schon, wie teuer uns der Klimawandel zu stehen kommt? Wer kennt die enormen Subventionen, die bis heute in den Bergbau geflossen sind? Was kostet es, ein Endlager für Atommüll einzurichten und zu unterhalten? Und wer wird diese Kosten auch in Zukunft tragen?

 

Frage: Wem nutzt die Energiewende?“

Die Energiewende nutzt uns allen. Auch finanziell.


Auch wenn meist von Kosten der Energiewende die Rede ist, handelt es sich bei den Ausgaben für den Bau von Windrädern und Solarkraftwerken tatsächlich um Investitionen. Wie jede Investition bergen diese ein gewisses Risiko, vor allem aber große Chancen auf wirtschaftlichen Erfolg. Es ist ein Anliegen der SUN, diese Chancen den Bürgern der Region zu eröffnen. Deshalb haben wir die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung in unserem Codex fest verankert. Genau wie die Kommunen der Region können so auch lokale Energiegenossenschaften in unsere Projekte investieren. Und von deren Erfolg profitieren.


Allgemeiner betrachtet ist der Ausbau der Erneuerbaren eine Investition in die Zukunft. Denn die Energiewende ist ein wesentlicher Baustein zum Erhalt einer lebenswerten Umwelt. Davon profitieren die Menschen in Nordhessen und weit darüber hinaus. Davon profitieren wir heute und nachfolgende Generationen nach uns.

Schlecht fürs Klima: Kohlekraftwerke tragen zum Anstieg der deutschen CO2-Emissionen bei.
Schlecht fürs Klima: Kohlekraftwerke tragen zum Anstieg der deutschen CO2-Emissionen bei.

Frage: Können die Erneuerbaren uns zuverlässig versorgen, obwohl Wind nicht immer weht und die Sonne nicht immer scheint?

Ja. Im Experiment wurde es bereits bewiesen, die Realität wird es bald zeigen.


Kann zu jedem Zeitpunkt des Jahres die Menge Strom aus erneuerbaren Kraftwerken erzeugt werden, die benötigt wird? Dieser Frage sind Wissenschaftler aus Kassel nachgegangen. Ihnen gelang es in einer Simulation über einen langen Zeitraum hinweg stets genau die Menge Strom bereit zu halten, die gerade benötigt wurde. Dazu nötig sind freilich ein flexibles und intelligentes Stromnetz und Kraftwerk, die sich flexibel regeln lassen. In der Simulation übernahm diesen Part die Biomasse.


Auch Stromspeicher werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Noch wird die Speichertechnologie entwickelt, auch wir arbeiten gemeinsam mit unseren Partnern daran und sind uns sicher: Dank all dieser Anstrengungen werden erneuerbare Energien schon bald die Basis der Energieversorgung Deutschlands sein. Und dafür spricht nicht nur die wissenschaftliche Simulation. Dafür spricht die innovative Kraft der deutschen Wirtschaft, dank der die Erneuerbaren zu einer tragenden Säule des zukünftigen Wohlstands werden.

 

Frage: Verschenken wir nicht Unmengen Strom ins Ausland, weil die Erneuerbaren zu viel einspeisen?

Zu viel produzierter Strom stammt aus unflexiblen Kohle- und Atomkraftwerken und wird in den allermeisten Fällen mit Gewinn ins Ausland verkauft.


Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ist volatil, die Strommenge, die sie erzeugen, variiert. Kohle und Atom erzeugen dagegen gleichbleibend Strom. Oft entsteht daraus der Eindruck, Wind und Sonne würden gewissermaßen ohne Erlaubnis große Mengen ins Netz einspeisen. Richtig ist: Die Überschüsse entstehen, weil Kohlekraftwerke und AKWs offenbar nicht imstande sind, flexibel zu reagieren. Weil sie daher auch dann große Mengen Strom produzieren, während er gleichzeitig auch umweltfreundlich entsteht, wird Energie ins Ausland exportiert.


Der Export erfolgt freilich nur in absoluten Ausnahmefällen zum Nulltarif oder gar zu negativen Preisen. Die Statistik des Jahres 2012 zeigt es deutlich: Nur während 55 Stunden des Jahres sank der Strompreis ins Negative. Das sind gerade mal 0,63 Prozent der gesamten Jahresstunden. Während der restlichen Zeit wurde der Strom verkauft, und zwar mit Gewinn.

 

 

Atommüll in der Asse: Das Problem der Lagerung des deutschen Atommülls bleibt von einer Lösung weit entfernt.
Atommüll in der Asse: Das Problem der Lagerung des deutschen Atommülls bleibt von einer Lösung weit entfernt.

 

Erneuerbare jetzt!

Die hier verwendeten Motive wurden uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Initiative "Erneuerbare Energiewende jetzt!". Die Homepage der Initiative enthält viele weitere Informationen zur Energiewende. Wir empfehlen Ihnen einen Besuch auf www.erneuerbare-jetzt.de.

Herzlich willkommen bei SUN - Stadtwerke Union Nordhessen